
Am 08.07. unternahm die Klasse 6e im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts eine Exkursion. Gemeinsam reisten die Schülerinnen und Schüler mit dem Zug an und erhielten spannende Einblicke in das jüdische Leben, seine Traditionen und seine Geschichte. Zu Beginn der Exkursion besichtigte die Klasse jüdische Grabsteine aus dem Mittelalter. Diese eindrucksvollen Zeugnisse machten deutlich, wie lange jüdisches Leben bereits Teil der regionalen Geschichte ist und regten zum Nachdenken über die Vergangenheit an. Anschließend lernten die Schülerinnen und Schüler im Museum wichtige Stationen im Leben eines jüdischen Menschen kennen. Sie erfuhren beispielsweise, welche Bedeutung die Beschneidung nach der Geburt hat und dass die Windeltücher des Kindes oft kunstvoll verziert werden. Auch die Bar Mizwa, mit der Jungen als religiös mündige Mitglieder in die Gemeinde aufgenommen werden, wurde anschaulich erklärt. Großes Interesse weckte außerdem die jüdische Hochzeit. Die Klasse erfuhr, dass der Ehering traditionell am rechten Zeigefinger der Braut getragen wird. Darüber hinaus lernten die Schülerinnen und Schüler die Regeln des koscheren Essens kennen und erfuhren, welche Speisevorschriften im Judentum gelten. Ein weiterer Schwerpunkt war die Tora, die heilige Schrift des Judentums. Die Klasse erfuhr, dass die Herstellung einer Torarolle mehr als ein Jahr dauern kann. Sie wird von speziell ausgebildeten Schreibern mit besonderer Tinte auf koscherer Tierhaut von Hand geschrieben und ist deshalb von großem religiösem und materiellem Wert. Den Höhepunkt der Exkursion bildete der Besuch der Synagoge. Die Jungen setzten beim Betreten eine Kippa auf, wie es dort üblich ist. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Einblick in den Aufbau und die Bedeutung des Gotteshauses und erfuhren außerdem, dass viele Gemeindemitglieder persönliche Fächer besitzen, in denen sie ihre Gebetsbücher und andere religiöse Gegenstände aufbewahren. Die Exkursion bot viele interessante Eindrücke und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern, jüdische Traditionen und das Gemeindeleben aus nächster Nähe kennenzulernen. Sie war eine wertvolle Ergänzung zum Religions- und Ethikunterricht.


