Die weltweite Coronakrise verstärkt sich. Die wirkliche Gefahr ist in den letzten Wochen

deutlich geworden. Wer täglich die Nachrichten liest und die Zahlen der Neuinfizierten betrachtet, der empfindet sicherlich eine gewisse Besorgnis oder sogar Angst. Aber es wird auch Hoffnung sichtbar.

Ein kollektives Mitgefühl mit den vielen Erkrankten und auch mit denen, die gegen das Virus kämpfen, breitet sich aus. Die unvorstellbare Leistungen von Ärzten, Pflegekräften, Notfallsanitätern, Polizisten, die nicht daheim bleiben können, werden nun gesehen und auch wertgeschätzt. „Wir bleiben für euch hier, bleibt ihr für uns zuhause“ ist ihre Botschaft an die Menschen.

Das nahmen sich die Schüler der Wilhelm-Sattler-Realschule zum Anlass, um etwas zur Solidarität und Hoffnung beizutragen und das natürlich von zuhause aus.

Trotz der vielen Aufrufe und öffentlichen Ansprachen gibt es immer noch Menschen, die sich nicht

an die soziale Distanz halten und sogar Corona-Feiern veranstalten. Erst vor wenigen Tagen erreichte mich eine Werbung mit dem Slogan „Corona lädt zum Grillen ein“. Dabei sollte doch der Ernst der Situation bereits bei jedem angekommen sein. Nur, wenn wir jetzt alle zusammenhalten, dann können wir diese Krise überstehen.

Das dachten sich auch unsere Schüler: „Tätig sein bedeutet nicht, rauszugehen, sich mit anderen zu treffen und ein Risikofaktor zu sein, sondern zuhause zu bleiben und gemeinsam alleine zu sein.“

Also starteten sie über die sozialen Netzwerke eine Mut machende und positive Krisenreaktion, um darauf aufmerksam zu machen, dass es nun vor allem darum geht, das Virus einzudämmen und die Kurve flachzuhalten. Aus diesem Grund organisierten sie unter dem Motto „flatten the curve“ eine Fotoaktion.

Das ist wichtig, weil man ansonsten einen schnellen Verlauf der Infektionen riskiert, sodass kurzfristig der Bedarf an Ärzten, Krankenschwestern, Krankenhausbetten und Intensivstationen enorm ansteigen würde. Breitet sich das Virus hingegen langsam aus, dauert die Erkrankungswelle zwar länger an, aber unser intaktes Gesundheitssystem kann mit dieser Herausforderung umgehen. Als Grafik dargestellt ist also eine lange, flache Kurve besser als eine kurze, hohe Kurve.

Da vor allem die Älteren und Schwächeren in unserer Gesellschaft von einem schweren Krankheitsverlauf mit Krankenhausaufenthalt betroffen sind, sollte es unsere Aufgabe sein, gerade sie zu schützen. Das kann man aber nicht nur, indem man Abstand hält, sondern auch tatsächlich aktiv wird.

Viele unsere Schüler engagieren sich, indem sie älteren Mitmenschen die Einkäufe mitbringen und vor die Haustür stellen oder allgemein ihre Hilfe und Unterstützung anbieten. Außerdem besteht die Gefahr, dass eine Vielzahl der älteren Menschen vereinsamen. Viele leben alleine und verlieren durch die Ausgangsbeschränkungen ihre sozialen Kontakte. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, mit ihnen zu telefonieren oder wenn möglich, sogar Videoanrufe zu machen. Einige Schüler haben davon berichtet, dass sie nun viel mehr mit ihren Großeltern telefonieren und so versuchen, für sie da zu sein. Mittlerweile gibt es aber auch Plattformen (z.B. https://www.silbernetz.org/), die eine kostenfreie Soforthilfe-Rufnummer für ältere, isolierte Menschen für anonyme persönliche Gespräche rund um die Uhr anbieten. Man kann sich dort kostenlos anmelden und auch für die Menschen da sein, die keine Verwandten haben.

„Ich möchte anderen Menschen wieder einen Lichtblick geben, damit wir in der schweren Situation zusammenhalten und gemeinsam gegen das Virus ankämpfen“, so eine Schülerin.

Es ist also möglich, die sozialen Medien positiv zu nutzen, um andere zu inspirieren und Solidarität zu stiften und somit gemeinsam an einem Strang zu ziehen!